|
MITSUKO
- Japan & Europa
Drei Weltstars stehen am 09.12.2005 nach der erfolgreichen Japan-Tournee
„Diva 2004“ endlich auch in Europa gemeinsam auf der Bühne und
bieten einen musiCalischen - kontinentüberspannenden - Bogen.
Beginnend
mit der Geschichte Mitsukos und Heinrich Coudenhove-Kalergi. Mitsuko
Aoyama - eine japanische Volksheldin aus dem Ende des vergangenen
Jahrhunderts, die eine wichtige Wegbereiterin des Paneuropäischen
Gedanken war und die als „Mutter der Idee einer europäischen Union“
in die Zeitgeschichte einging. Mitsukos Leben war geprägt von
Ehre, Pflicht, Schönheit und Konsequenz.
Im
zweiten Teil des Abends schließlich bieten die drei Musical-Stars
gemeinsam mit dem Musical Festival Orchestra Vienna unter der
musikalischen Leitung von Adrian Manz Hightlights aus den Musical-Hits
„Elisabeth“, „Mozart“ und „Jekyll & Hyde“.
Karten
für die Vorstellungen 15:30 + 19:30 Uhr sind ab sofort über das
ATO- und ENTREE-System buchbar.
|
|
|
|
Mitsuko - die
Geschichte
Der junge Adelige Heinrich Coudenhove-Kalergi aus dem alten, den
Habsburgern nahe stehenden Adelsgeschlecht, kam am 29. Februar
1892 als Gesandter der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nach
Japan.
Unter dem Einfluss Schopenhauers hatte er sich dem Studium des
Buddhismus gewidmet und brannte darauf, nach Japan
zu gehen.
Bald nach seiner Ankunft traf er auf die junge Japanerin Mitsuko
Aoyama, die sich nach einem Reitunfall aufopfernd um ihn kümmerte.
Er bot ihr, um seine Dankbarkeit zu zeigen, eine Stelle an der
österreichischen Gesandtschaft an. Zwei Wochen später reichten
Heinrich und Mitsuko ihre Eheschließungsdokumente ein.
Japan war zu dieser Zeit in den Augen der meisten Europäer ein
unzivilisiertes, kleines Land im Fernen Osten und Mitsuko war
zudem noch eine Bürgerliche, was schnell zu Diskriminierungen
führen konnte. Im Jahr nach der Hochzeit gebar sie ihren ersten
Sohn, Hans (Johann), im Jahr darauf ihren zweiten, Richard.
1896, nach fast fünfjährigem Aufenthalt in Japan, kehrten Heinrich
und Mitsuko aus Asien zurück und ließen sich auf Schloss Ronsperg
in Böhmen nieder. Heinrichs Vater war kurz zuvor gestorben und
so war nun er das Oberhaupt der Familie. Er zog sich aus dem Diplomatenleben
zurück und widmete sich der Verwaltung seiner großen Besitztümer.
Die Verwandten und Freunde in der neuen Heimat kamen der Asiatin
Mitsuko wenig wohlwollend entgegen, so dass Mitsuko mehr als einmal
den Gedanken hegte, zurück nach Japan zu flüchten. Mit einem Privatlehrer
begann sie, sich Fremdsprachen und Allgemeinbildung nach europäischer
Art anzueignen.
Im Jahr 1906 starb Heinrich unerwartet nach nur 14 Ehejahren.
Für Mitsuko, alleingelassen in einem fremden Land, brach die Welt
mit einem Schlag zusammen.
Heinrich hatte in seinem Testament seinen ältesten Sohn Johann
zum Nachfolger von Ronsperg bestimmt, doch sein gesamtes restliches
Vermögen Mitsuko vermacht,, was die Familie erboste. Doch Mitsuko
ließ sich nicht einschüchtern und schaffte es, Land und Vermögen
bestens zu verwalten.
Nach dem plötzlichen Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914
trat Japan auf der Seite der Engländer in den Krieg gegen Deutschland
ein. Die Beziehungen zwischen Japan und Österreich - Ungarn wurden
abgebrochen.
In der Monarchie herrschte eine geradezu hysterische Anti-Japan-Stimmung.
Alle in Wien lebenden Japaner wurden außer Landes gebracht,
doch Mitsuko blieb. Der älteste und der dritte Sohn gingen an
die Front, und Mitsuko meldete sich mit drei Töchtern beim Roten
Kreuz. Dank ihrer aufopfernden Pflegetätigkeit wurde sie überall
mit viel Symphatie bedacht.
Richard hatte mittlerweile die Universität Wien absolviert und
schrieb seine Gedanken 1923 in dem Buch „Paneuropa“ nieder. Er
machte darin den kühnen Vorschlag, die 28 Demokratien Europas
in einem Staatenbund nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten
von Amerika zu vereinen.
Richards Ideen ließen weniger das analytische Denken des Westens
als vielmehr das ganzheitliche Denken der östlichen Philosophie
durchscheinen. Als bekannt wurde, die Mutter des Autors sei Japanerin,
bedachten die Zeitungen Mitsuko mit neuen Namen „Mutter der Idee
einer europäischen Union“, „die Mutter der Idee eines vereinigten
Europas“. „die Mutter Paneuropas“ etc.
Die Ideen und Aktionen, von denen Richards Leben geprägt war,
hatten großen Einfluss auf die politische Denkweise in Europa
und fanden ihre Weiterentwicklung und Verwirklichung nach dem
Zweiten Weltkrieg in der Bildung der EWG (der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft)
und schließlich in der heutigen Europäischen Union.
Am 28. August 1941 starb Mitsuko unerwartet an einem Schlaganfall.
45 Jahre waren vergangen, seit sie ihre Heimat verlassen hatte.
Richard schrieb über seine Mutter folgendes:
Ihr Leben war von drei Faktoren bestimmt - von Ehre, Pflicht und
Schönheit.
Mitsuko hat das Schicksal, das sie sich selbst auferlegt hat,
vom Beginn bis zum Ende mit Stolz, Würde und Liebreiz getragen.
|
|
|